Aktuelle Sonderausstellung

Swinging Sixties – Aufbruch oder Umbruch

19. Mai bis 27. Oktober 2019

Die Ausstellung steht unter dem Motto „Swinging Sixties – Aufbruch oder Umbruch“. Dafür sprechen mehrere Argumente. Vor fünfzig Jahren formierte sich in Deutschland, Impulsen aus dem Ausland folgend, eine studentische Bewegung, die Kritik an den gesellschaftlichen Strukturen übte und vehement Reformen einforderte. Die sogenannten 68er prägten die Entwicklung der Bundesrepublik in den folgenden Jahrzehnten entscheidend mit. Die Studentenbewegung war ein Element der in politischer, kultureller, technischer und sozialer Hinsicht weltweit außerordentlich bewegten 1960er Jahre. Die Ausstellung ruft die wichtigsten Ereignisse sowie das Lebensgefühl des betreffenden Jahrzehnts wieder ins Gedächtnis. Sie spürt aber auch den Auswirkungen nach, welche die global wirksamen Faktoren auf das Alltagsleben im Saaletal, das heißt in den Ortschaften, die heute zum Flecken Salzhemmendorf gehören, hatten. Zu diesem Zweck wird der Versuch gemacht, als wichtig empfundene Begebenheiten zu rekonstruieren und möglichst viele Gegenstände in der Ausstellung zu präsentieren, die sich mit persönlichen Erinnerungen verbinden. Dazu können durchaus Haushaltsgeräte oder solche aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik gehören, die das Leben von „Otto Normalverbraucher“ in den 1960er Jahren veränderten.

Mit der Ausstellung verbindet sich die Intention, Ereignisse und Entwicklungen von globaler Bedeutung in ihrer regionalen und lokalen Wahrnehmung darzustellen und dabei herauszuarbeiten, welche kurz- und langfristigen Auswirkungen sie auf das Alltagsleben des Einzelnen hatten. Wichtig ist dabei der Versuch, fünfzig Jahre nach Entstehung der „68er-Bewegung“, herauszufinden, ob, und wenn ja wie, diese in der Peripherie rezipiert und verstanden wurde und welche Reaktionen sie hervorrief. Idealerweise soll daraus ein Erklärungsmuster abgeleitet werden können, das verständlich macht, auf welche Art gesellschaftliche Entwicklungen angestoßen und beeinflusst werden. In dieser Hinsicht setzten die 1960er Jahre Meilensteine, auch indem sie die in den 1950er Jahren begonnene Herausbildung der Konsumgesellschaft beförderten, vor allem durch die Verbreitung neuer Medien. Ein Erkenntnistransfer im Hinblick auf die heutige sogenannte Informationstechnologie, auf soziale Netzwerke und deren Möglichkeiten zur Manipulation von Meinungen ist gleichfalls intendiert. Zielgruppen der Ausstellung sind Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene. Im Kontext der vorgesehenen Exponate ist die Präsentation aber auch für Schulkinder geeignet.