Bergmannsweg

Der Bergmannsweg Bad Münder – Osterwald

folderRund um Deister, Süntel, Nesselberg und Osterwald, an der Schwelle zum norddeutschen Tiefland, bestand schon in vorindustrieller Zeit ein produktives Gewerberevier, begünstigt durch die vorhandenen Bodenschätze. Steinkohlenbergwerke, Sand- und Kalksteinbrüche sowie Salinen boten Arbeitsplätze und standen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch im Blickpunkt des Landesherrn. Tonvorkommen ermöglichten den hier ansässigen Töpfern die Herstellung von Keramik, über den lokalen Bedarf hinaus, als Exportartikel. Ein Netz von Fuß- und Fahrwegen überzog die Region, auf denen Waren und Materialien transportiert wurden und die Menschen zu ihren Arbeitsorten, den Bergwerken und Steinbrüchen, gelangten.

Mit dem Bau moderner Verkehrswege im späten 19. Jahrhundert und mehr noch aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung des 20. Jahrhunderts verloren die hiesigen Gewerbe ihre Bedeutung. Viele der alten Straßen gerieten in Vergessenheit.

Schon 1927 nahm der „Hannoversche Touristen-Verein“ zwei Touren in seine Wanderkarte auf, die an die historischen Verbindungen erinnerten: Springe-Bad Münder und Springe-Osterwald. Die Wege kreuzten sich in Altenhagen.

Heute bietet der Bergmannsweg zwischen Bad Münder und Osterwald – als Baustein des Netzwerkes „Industriegeschichte erlebbar machen“ – Gelegenheit, auf den Spuren der Vergangenheit zu wandern. Der etwa 21 Kilometer lange Weg, für den rund 8 Stunden zu veranschlagen sind, verläuft über Altenhagen, Brünnighausen, Dörpe und Salzburg. Er verbindet mehrere Teilstrecken miteinander, die den historischen Wegen folgen. Einige Abschnitte, so zwischen Brünnighausen und Altenhagen sowie in Osterwald, wurden der modernen Streckenführung angepasst. Der Bergmannsweg ist durchgehend mit dem Bergmann auf gelbem Grund gekennzeichnet.

Nicht zuletzt wegen der abwechslungsreichen Landschaft und der sich an mehreren Stellen bietenden Panoramablicke ist eine Wanderung auf dem Bergmannsweg zwischen Bad Münder und Osterwald ein ganz besonderes Erlebnis.

BergmannswegNach der Einrichtung und Ausschilderung des Bergmannsweges im Jahr 2009 konnte 2012 der zweite „Baustein“ dieses Projekts abgeschlossen werden. Im Abschnitt zwischen Dörpe und Brünnighausen bieten mehrere Informationstafeln – manchmal etwas versteckt angebracht – Erläuterungen zur Geschichte von Bergbau und Gewerbe in dieser Region. Ein erweitertes und neu gestaltetes Faltblatt steht ebenfalls zur Verfügung und ist an verschiedenen Stellen, unter anderem in Bad Münder, Coppenbrügge und Salzhemmendorf, erhältlich.

Das Faltblatt zum Bergmannsweg finden Sie hier

Auch eine geführte Wanderung auf dem Bergmannsweg für Gruppen von 5 bis 20 Personen gehört zum Angebot des Hüttenstollens – empfohlen für geübte und geschichtsinteressierte Wanderer. Der Kostenbeitrag pro Person beträgt 5,00 Euro.

Kontakt: Dr. Olaf Grohmann – mail@grohmann-geschichte.de