Veranstaltungen im Museum

Vortragsreihe 2017

Seit etlichen Jahren bietet das Museum am Hüttenstollen seinen Besucherinnen und Besuchern eine kleine Vortragsreihe zu allgemein- und montanhistorischen Themen. Die Veranstaltungen finden im Spätsommer – im Zeitraum von Ende August bis Anfang Oktober – im Multifunktionsgebäude des Museums statt.

In diesem Jahr eröffnet Dr. Tim S. Müller, Leiter des Museums für Energiegeschichte(n) der Avacon AG in Hannover, die Reihe. Er referiert über Werner von Siemens, dessen Geburtstag sich 2016 zum 200. Mal jährte. Siemens gilt als Begründer der Elektrotechnik, dessen Erfindungen und Entwicklungen im 19. Jahrhundert zunächst das Nachrichtenwesen revolutionierten und später das Zeitalter der Elektrizität einläuteten.

Der zweite Vortrag steht im Kontext der diesjährigen Sonderausstellung des Museums am Hüttenstollen, die das Thema „Wald“ behandelt. Die Historikerin Martina Grohmann – Büro Dr. Grohmann – aus Wennigsen spricht über Aspekte der Waldnebennutzung seit dem 17. Jahrhundert. Vor den Agrarreformen des 19. Jahrhunderts spielte der Wald bei der Mast von Nutzvieh eine große Rolle und das Sammeln von Holz war, insbesondere für die unterbäuerlichen Schichten, von existenzieller Bedeutung.

Zum Schluss der Vortragsreihe steht der Bergbau wieder im Mittelpunkt. Es geht allerdings nicht um Steinkohlen, sondern um das Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar. Dr. Johannes Großewinkelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am UNESCO Weltkulturerbe Erzbergberg Rammelsberg, berichtet über die Geschichte des Erzabbaus in Goslar und die heutige museale Nutzung der über- und untertägigen Bestandteile der Zeche. Sie ist ein Industriedenkmal ersten Ranges und zählt deshalb zum Weltkulturerbe.

Das Museumsteam freut sich, dass es wiederum renommierte Wissenschaftler und Museumsfachleute für die Vortragsreihe gewinnen konnte und hofft auf einen regen Besuch der Veranstaltungen.

Der Eintritt kostet jeweils 3,00 Euro.

Mitglieder des Vereins zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald e.V. haben freien Eintritt.

 

Termine

Freitag, 1. September 2017, 18.30 Uhr

Dr. Tim S. Müller, Hannover

 

„Werner von Siemens. Begründer der Elektrotechnik“Werner_von_Siemens

„Der am 13. Dezember 1816 in Lenthe bei Hannover geborene Werner von Siemens (1816–1892) zählt zu den bedeutendsten Erfinder-Unternehmern des 19. Jahrhunderts. Mit seinem Namen verbinden sich wegweisende technische Erfindungen wie die Galvanoplastik (1842), der Zeigertelegraph und die Guttapercha-Presse (1847), die Dynamomaschine (1866) oder auch die erste elektrische Eisenbahn (1879). Die Dynamomaschine markiert zudem den Anbeginn des Zeitalters der Starkstromtechnik und damit einer vollkommen neuen Epoche der Energiegeschichte. Sie ermöglichte es, elektrische Energie immer preisgünstiger und in immer größeren Mengen zu erzeugen. Dies wiederum war die Voraussetzung für vollkommen neue Anwendungsfelder der Elektrizität. Neben seinen unternehmerischen Pflichten engagierte sich Werner von Siemens auch gesellschaftlich und politisch. Insbesondere erwarb er sich große Verdienste um die Förderung der Technikwissenschaften im Allgemeinen und um die junge Disziplin der Elektrotechnik im Besonderen.

Der Vortrag skizziert die Lebensstationen und Leistungen des gebürtigen Hannoveraners Siemens und ordnet dessen Wirken für die Elektrotechnik in die Technik- und Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts ein.“

[Dr. Tim S. Müller]

 

 

Freitag, 22. September 2017, 18.30 Uhr

Martina Grohmann, Wennigsen

 

„Es soll auch keiner unter den Bäumen Soden stechen“.Masteiche_in_Feldmark Aspekte der Waldnutzung seit dem 17. Jahrhundert

„Der Vortrag thematisiert den Umgang mit der Ressource Wald in früheren Jahrhunderten und stellt dessen Bedeutung für die bäuerliche Ökonomie in den Mittelpunkt. Anhand ausgewählter Beispiele werden unterschiedliche Waldformen sowie die Nutzungsvielfalt vorgestellt. Ein kurzer Exkurs zeigt den Wald im Spannungsfeld von herrschaftlicher Reglementierung und agrarischer Nutzung und die daraus resultierenden Konflikte.“

[Martina Grohmann]

 

 

 

Freitag, 13. Oktober 2017, 18.30 Uhr

Dr. Johannes Großewinkelmann, Goslar

 

„Das und anderes mehr kommt alles vom Bergwerk her“ – Das UNESCO-Weltkulturerbe Erzberg Rammelsberg in Geschichte und Gegenwart

„Der Vortrag geht auf die lange Weltkulturerbe_Rammelsberghistorische Entwicklung des Erzbergwerkes Rammelsberg bis zur Schließung im Jahre 1988 ein und zeigt mit zahlreichen Bildern technik- und kulturgeschichtliche Entwicklungen im Rammelsberger Erzbergbau. Im zweiten Teil des Vortrags wird der Umgang mit dem Industriedenkmal und der Museumsbetrieb des Weltkulturerbes Erzbergwerk Rammelsberg nach dem Ende des Bergbaus vorgestellt.“

[Dr. Johannes Großewinkelmann]