Aktuelle Sonderausstellung

Die diesjährige Sonderausstellung des Museums am Hüttenstollen ist auch auf der Umwelt-Mitmachkarte der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung zu finden.

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Wald: Ökosystem, Wirtschaftsraum, Freizeitfaktor

7. Mai bis 29. Oktober 2017

„Aus dem Wald ist alle europäische Kultur [. . .] hervorgegangen.“ So äußerte sich der Nationalökonom Werner Sombart (1863–1941) in seinem Werk „Der moderne Kapitalismus“ aus dem Jahr 1902 zur Rolle des Waldes für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der frühmodernen Staaten. Die vorindustrielle Zeit nannte er das „hölzerne Zeitalter“.

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In der Tat war der Wald Lieferant für die „Schlüsselressource“ der vor- und frühindustriellen Gesellschaften: Holz war Energieträger, Werkstoff und Baumaterial. Der Wald bot mit seiner Fauna und Flora Nahrung, Heilmittel, Werkmaterialien und stellte für die ländliche Bevölkerung einen wichtigen Bestandteil der bäuerlichen Ökonomie dar. Aber auch in der Gegenwart ist der Wald nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sei es für die Papierherstellung, die Möbelproduktion oder als Bau- und Brennstoff.

Knapp ein Drittel der Erdoberfläche – das sind rund vier Milliarden Hektar – wird heute von Wald bedeckt. Diese Waldflächen sind die grüne Lunge der Erde und haben für das weltweite Ökosystem sowie die Klimaregulation eine maßgebliche Bedeutung.

Der Großteil dieser Waldgebiete hat im Laufe der Zeit sein ursprüngliches Aussehen verloren. Der Wald, so wie wir ihn heute kennen, ist das Ergebnis jahrtausendelanger menschlicher Nutzung und Einflussnahme; er ist eine Kulturlandschaft.

Mit der diesjährigen Sonderausstellung „Wald – Ökosystem, Wirtschaftsraum, Freizeitfaktor“ holt der Hüttenstollen den Wald ins Museum, denn Bergbau und Holz gehörten seit jeher zusammen. Zum Ausbau und zur Sicherung der Gruben wurden Unmengen an Holz gebraucht.

Die Ausstellung geht der wirtschaftlichen Bedeutung des Waldes in Vergangenheit und Gegenwart nach. Dabei wird – auch anhand lokaler Beispiele – gezeigt, wie gewerbliche und industrielle Produktion, der Betrieb von Steinbrüchen und Bergwerken, das Gesicht des Waldes verändern.

Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt thematisiert die Bedeutung des Waldes als Ökosystem und wie sich Eingriffe in dieses empfindliche Gleichgewicht auswirken. Die Besucherinnen und Besucher erfahren Wissenswertes rund um Tiere und Pflanzen im Wald, über Aspekte des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit. Dabei wird auch das oft kontrovers diskutierte Thema „Jagd“ angesprochen.

Neben dem ökologischen und wirtschaftlichen Aspekt rückt die Ausstellung auch die zunehmend wichtiger werdende Funktion des Waldes als Ort der Erholung und für Freizeitaktivitäten in den Fokus und beleuchtet unsere – romantische – Beziehung zum Wald. Die Präsentation setzt aber nicht nur auf Text und Bild als Ausdrucksmittel, sondern sie spricht auch andere Sinne an. So sollen die Besucherinnen und Besucher Objekte „erfühlen und begreifen“. Die Ausstellung ist daher für Kinder gut geeignet.

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Das Ausstellungsprojekt wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung finanziell gefördert. Der Hüttenstollen bedankt sich dafür herzlich.

Plakat zur Sonderausstellung

 

Relikte

Fotoausstellung des Netzwerks Industriekultur im mittleen Niedersachsen e.V.

10. September bis 29. Oktober 2017

D_MG_8817ie Ausstellung spürt mit den Mitteln der Schwarz-Weiß-Fotografie der Geschichte des Industriezeitalters und namentlich seinen baulichen Überresten nach. Mit diesen Relikten ist es ähnlich, wie mit der Industrie selbst: zum Teil – auch in der Region zwischen Hildesheim und Hameln – längst Geschichte und allenfalls als Ruine im Landschaftsbild zu entdecken, zum Teil aber noch immer produzierend und Ortsbilder prägend. Die Fotografen Martin Stöber, Hartmut Möller und Dr. Olaf Grohmann gehören dem Netzwerk Industriekultur im mittleren Niedersachsen e. V. aus Wennigsen am Deister an, das für die Ausstellung verantwortlich zeichnet.

Die Ausstellungseröffnung findet statt am Tag des offenen Denkmals. Dessen Motto lautet in diesem Jahr „Macht und Pracht“. Letzteres gilt nicht nur für Schlösser, Burgen und andere herrschaftliche Bauwerke. Eine Architektur, die repräsentativ sein soll, die Selbstbewusstsein und Einflussreichtum widerspiegelt, zeichnet auch viele Industriedenkmale aus.